Prof. Stieglitz im Interview mit der Tagesschau

Entwicklungen von Neuralink’s erster Gehirn-Chip-Implantation

Prof. Thomas Stieglitz, Professur für Biomedizinische Mikrotechnik am Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK), erklärt in einem Interview mit der Tagesschau die Entwicklungen von Neuralink’s erster Gehirn-Chip-Implantation und betont die potenziellen Einsatzmöglichkeiten von Hirnimplantaten, um schwerstkranke Menschen wieder am Leben teilhaben zu lassen. Er erwähnt beispielhaft Querschnittslähmung und ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), eine Erkrankung, bei der die Muskeln nicht mehr funktionieren, als mögliche Anwendungsgebiete.

Die Implantate leiten elektrische Signale des Gehirns ab, zeichnen sie auf und Computerprogramme versuchen anhand dieser Signale z.B. eine Hand anzusteuern. Der Einsatz von Hirnimplantaten in der klinischen Praxis ist derzeit noch nicht der Fall. Im Gegensatz dazu werden andere Implantate wie Cochlear-Implantate zu Behandlung von Innenohrertaubung weltweit bereits über eine Million Mal eingesetzt und bei der Tiefenhirnstimulation sind es mehrere Hunderttausend Fälle. Die Wiederherstellung von Bewegungen oder die Steuerung von Computerbildschirmen und künstlichen Gliedmaßen befindet sich noch im Forschungsstadium, wobei weltweit etwa 50 Proband*innen beteiligt sind.

Die Erforschung von Hirnimplantaten begann bereits in den 1990er Jahren. Aufgrund der Tatsache, dass das Gehirn über 85 Milliarden Nervenzellen verfügt, von denen jede einzelne mit tausend anderen verbunden ist, stellt die genaue Funktionsweise des Gehirns eine enorme Herausforderung dar.

Weltweit forschen verschiedene Unternehmen an Hirnimplantaten, darunter auch Neuralink aus den USA. Deren Implantat wurde kürzlich erstmals bei einem Menschen eingesetzt. Prof. Stieglitz erklärt, dass „dieses Implantat das neueste und komplexeste seiner Art ist, da es Technologien vereint, die bereits bekannt waren, aber nun erstmals in einem Gerät zusammengeführt werden.“ Er betont, dass die Idee, Menschen durch dieses Implantat helfen zu können, realistisch ist. Doch wie sieht es mit der Möglichkeit aus, Gedanken zu lesen, in die Cloud zu laden oder den gesamten Geist unsterblich in der Cloud zu speichern? Ist das Science-Fiction oder wird das eines Tages Realität sein? Seine Einschätzung verrät Prof. Stieglitz im Interview mit der Tagesschau: https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-1300274.html

Kontakt:

Prof. Dr. Thomas Stieglitz
Professur für Biomedizinische Mikrotechnik
Institut für Mikrosystemtechnik - IMTEK
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
E-Mail: stieglitz@imtek.uni-freiburg.de

Kerstin Steiger-Merx
Referentin PR/Marketing
Technische Fakultät
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-8056
E-Mail: steiger-merx@tf.uni-freiburg.de

31.01.2024